Oberschwäbische Barockstraße

Im Himmelreich des Barock

Oberschwaben und Barock – diese Verbindung prägt die Vorstellung vom Land zwischen Donau und Bodensee, Iller und Ablach. Tatsächlich feiert hier der Barock einen glanzvollen Auftritt: Kirchen, Klöster und Residenzen sind wie Perlen aneinandergereiht; entstanden in einer Epoche, die das Überschwängliche liebte. Nacherleben lässt sich die alte Herrlichkeit auf der Oberschwäbischen Barockstraße. Als praktikables Orientierungssystem dient das allgegenwärtige Hinweisschild des gelben Engelkopfes auf grünem Grund. Es führt zu den Sehenswürdigkeiten dieser barock geprägten Landschaft und auch zu denen angrenzender Nachbargebiete mit gleicher historischer Wurzel, etwa im Bayerischen und Badischen.

Barock gilt als die Kunst und Stein gewordene Manifestation der Gegenreformation. Die Habsburger hatten die reformatorischen Strömungen

in Oberschwaben abgeblockt und die Gegenreformation gestärkt. In bewusster Abkehr zum Protestantismus vertraute die gegenreformatorische Strategie der Kraft der Sinne. Der Gläubige sollte nicht nur belehrt, sondern ergriffen werden!

Mit Weihrauch und Orgelschall, mit Pauken und Trompeten zelebrierte man die Messen, zog in prächtigen Prozessionen mit Kreuz und Fahnen durch die Fluren, führte zu den großen Festen Theaterstücke auf, belebte das Wallfahrtswesen und den Heiligenkult.

Das Bauen zum Lobe Gottes konnte aber erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts einsetzen, denn der Dreißigjährige Krieg hatte Oberschwaben verwüstet. Man importierte den in Italien schon früher entstandenen Barockstil; auch die Künstler kamen zunächst von außen, etwa aus Vorarlberg und dem Tessin. So wurde Oberschwaben zur Großbaustelle und es entstanden die viel bewunderten Kirchen, Klöster, Kapellen, Schlösser und Pfarrhäuser. Sie alle bilden in der Regel Gesamtkunstwerke, in denen Architektur, Malerei, Stuck und Bildhauerei aufeinander abgestimmt sind.