Festlich geschmückte Pferde ziehen durch die Dörfer, filigrane Muster entstehen auf Ostereiern und in Bautzen stimmt sich die ganze Stadt auf das Osterfest ein: Rund um Ostern zeigt sich die Oberlausitz von einer ganz besonderen Seite. Hier sind jahrhundertealte sorbische Osterbräuche bis heute lebendig – und als Urlaubsgast kannst du sie hautnah miterleben.
Die Oberlausitz liegt im Osten Sachsens und ist Teil der Lausitz, die sich bis nach Brandenburg erstreckt. Hier ist die Kultur der Sorben bis heute lebendig. Das Volk mit westslawischem Ursprung pflegt eine eigene Sprache und zahlreiche Traditionen – besonders eindrucksvoll zeigt sich das rund um Ostern.
Osterreiten in der Oberlausitz
ein besonderer Ostersonntag
Hufschlag auf den Dorfstraßen, festlich gekleidete Reiter und aufwendig geschmückte Pferde: Das Osterreiten gehört zu den bekanntesten sorbischen Osterbräuchen und ist einer der Höhepunkte der Osterzeit in der Oberlausitz.
Am Ostersonntag ziehen neun Prozessionen durch die katholisch-sorbische Lausitz rund um Bautzen. Singend und betend tragen die Osterreiter die Botschaft von der Auferstehung Christi von einer Gemeinde zur nächsten. Entlang der Straßen kannst du die Prozessionen miterleben und dabei einer Tradition begegnen, die in der Region seit vielen Generationen gepflegt wird.
Prozession der Osterreiter erleben
Besonders bekannt ist die Prozession von Bautzen nach Radibor. Weitere Osterreiter-Routen führen beispielsweise zwischen Crostwitz und Panschwitz-Kuckau, Wittichenau und Ralbitz sowie Ostro und Nebelschütz. Die genauen Zeiten und Strecken können variieren und werden für das jeweilige Osterfest vorab bekannt gegeben.
Wer Ostern in der Oberlausitz verbringt, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Nicht nur die Prozession selbst, sondern auch die Vorbereitungen, die geschmückten Pferde und die vielen Zuschauer in den Orten machen den Ostersonntag zu einem besonderen Tag.
Sorbische Ostereier
kleine Kunstwerke mit Tradition
Bunt, filigran und oft so detailreich verziert, dass man zweimal hinschauen möchte: Sorbische Ostereier gehören untrennbar zur Osterzeit in der Lausitz.
Mit traditionellen Techniken entstehen feine Ornamente und geometrische Muster. Besonders bekannt sind die Wachsbatik- und Wachsbossiertechnik. Daneben werden Eier auch mit Kratz- und Ätztechniken gestaltet. Viele der verwendeten Muster und Symbole besitzen eine überlieferte Bedeutung.
Rund um Ostern kannst du dieses traditionelle Handwerk nicht nur bestaunen, sondern vielerorts auch näher kennenlernen: Bei Ostereiermärkten, Schauwerkstätten und Workshops kannst du den Künstlerinnen und Künstlern bei ihrer Arbeit zusehen und teilweise selbst ausprobieren, wie die feinen Muster entstehen. Auch in Bautzen gibt es rund um die Osterzeit Angebote zum traditionellen Verzieren sorbischer Ostereier.
Und vielleicht reist am Ende sogar ein kleines Stück Lausitzer Ostertradition mit nach Hause?
Ostern in Bautzen erleben
Wer die Osterzeit in der Oberlausitz verbringt, kommt an Bautzen kaum vorbei. Die Stadt ist ein wichtiger Mittelpunkt der sorbischen Kultur und rund um die Feiertage besonders eng mit den Ostertraditionen der Region verbunden.
In der historischen Altstadt kannst du Osterveranstaltungen besuchen, sorbische Ostereier entdecken und den geschmückten Osterbrunnen am Fleischmarkt bestaunen. Am Ostersonntag ziehen die Osterreiter von Bautzen in Richtung Radibor.
Eine besondere Bautzener Ostertradition ist das Eierschieben. Ursprünglich wurden dabei Eier, Orangen und andere kleine Gaben einen Hang hinabgerollt. Heute werden bunte Bälle geworfen, die Kinder anschließend gegen kleine Geschenke eintauschen können.
So lässt sich ein Besuch in Bautzen gut mit dem Osterreiten und weiteren Ostererlebnissen in der Umgebung verbinden – und du bekommst ganz unterschiedliche Einblicke in die Traditionen der Oberlausitz.
Osterwasser, Osterschießen und weitere Ostertraditionen in der Lausitz und Umgebung
Auch über das Osterreiten und die kunstvoll verzierten Eier hinaus werden in der Oberlausitz und anderen Teilen der Lausitz verschiedene Osterbräuche gepflegt. Dabei unterscheiden sich die Traditionen von Region zu Region.
Beim Osterwasserholen wird am frühen Ostersonntag Wasser aus einer Quelle oder einem fließenden Gewässer geschöpft. Der Überlieferung nach werden ihm besondere Kräfte zugeschrieben. Eine wichtige Regel gehört dazu: Auf dem Hin- und Rückweg soll nicht gesprochen werden – sonst verliert das Osterwasser seine Wirkung und wird zum sogenannten „Plapperwasser“.
Im Oberlausitzer Bergland wiederum ist mancherorts das Osterschießen zu hören. Auch das Ostersingen gehört in Teilen der Lausitz zur Osterzeit. Welche Bräuche und Veranstaltungen während deines Aufenthalts stattfinden, hängt deshalb auch davon ab, wo du unterwegs bist.
Ostern in der Oberlausitz erleben

Osterreiten am Sonntag, kunstvoll verzierte Eier, Bautzens Ostertraditionen und Bräuche, die in den Dörfern bis heute gepflegt werden: Rund um die Feiertage gibt es viele Gelegenheiten, die sorbische Kultur der Oberlausitz unmittelbar kennenzulernen.
Gerade das macht eine Reise zu dieser Zeit besonders. Die Traditionen werden nicht eigens für Besucher inszeniert, sondern gehören zum Osterfest und zum kulturellen Leben der Region. Wer ein paar Tage bleibt, kann unterschiedliche Orte und Ostererlebnisse miteinander verbinden und die Oberlausitz von einer Seite kennenlernen, die eng mit ihrer Geschichte und ihren Menschen verbunden ist.
Verbinde deinen Besuch in der Oberlausitz mit einem Urlaub auf dem Land und entdecke auf Landsichten passende Unterkünfte für deine Ostertage in Sachsen.
